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DER EHRENWESTFALE
Werner Rolevinck, 1425-1502 auf dem Rolevinckhof in Laer (Kreis Steinfurt) in Westfalen geboren, hat sich in besonderer Weise um Westfalen verdient gemacht und ist daher zum erst „Ehrenwestfalen“ in die “Westfälische Ehrengalerie“ der Stiftung Westfalen-Initiative aufgenommen worden.
www.stiftung-westfalen-initiative.de
Werner Rolevinck, 1425 auf dem Rolevinckhof in Laer geboren und am 26. August 1502 gestorben, lebte im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. Zeit, die mannigfachem Wandel mit sich brachte. Rolevinck erfasste und begriff diesen Wandel in seinen Konsequenzen, um auf seine Mitmenschen einzuwirken. Im Jahr 1443/44 besuchte er die Universität in Köln. 1447 trat er in die Kölner Kartause St. Babara ein, wo er lange Zeit als Pater und Prior gewirkt hatte. Für Werner Rolevinck wurden zumindest zeitweise die strengen Klausurregeln aufgehoben, denn er wurde auch außerhalb der Klausur seines Konvents tätig. Er bewegte sich am Hof des Erzbischof von Köln, im Kreise seiner Domherren unternimmt er Reisen und beteiligt sich an der Kommunikation mit Gleichgesinnten, indem er Briefe mit ihnen wechselt und Schriften publiziert.
Der Umfang seines literarischen Werks ist enorm, es liegen über 50 Texte zu unterschiedlichsten Themenstellungen vor. Zu Rolevincks bekanntesten Werken als Buchautor gehört sein Handbuch zur Weltgeschichte, der Fasciculus temporum, das innerhalb von 18 Jahren 30 Nachdrucke erfuhr und in mehreren Sprachen übersetzt wurde, sowie sein Werk „De laude antiquae Saxoniae nunc Westphaliae dictae“, also „Zum Lobe Westfalens des alten Sachsenlandes“ aus dem Jahre 1474. Das Buch gilt als die älteste Kulturgeschichte einer deutschen Landschaft und ist eine wichtige Quelle westfälischen Brauchtums im ausgehenden Mittelalter.
Rolevinck wählte beim Schreiben einen einfachen Stil, um eine möglichst breite Öffentlichkeit zu erreichen; hinzu kam seine Fähigkeit, bei umfassender Kenntnis der Probleme komplizierte Sachverhalte auf das Wesentliche zu reduzieren. Für die Verbreitung seiner Schriften machte er sich die Erfindung des Buchdrucks zunutze. Er ist der erste Autor, der unmittelbar für die Druckerpresse schrieb und seine Schriften durch das neue Medium verbreiten ließ.
Rolevinck erbrachte nicht nur als Westfale Leistungen für die übrige Welt, sondern setzte seiner Heimatregion Westfalen und ihren Bewohnern mit dem „Buch zum Lobe Westfalens“ ein für die Zukunft verpflichtendes Denkmal. Als gottgegebenen Reichtum Westfalens sah er die Bevölkerungsdichte an, die dazu führte, dass viele Westfalen auswanderten. Seine Botschaft für die Menschen in Westfalen lautet: „Jeder Westfale ist gehalten, an seinem Ort dem verpflichtenden Beispiel seiner Vorfahren Ehre zu machen und, wenn er Wohlstand erlangt, nicht überheblich und unbeherrscht zu werden.“
Zu Werner Rolevincks Stärken, der sein Leben zum größten Teil außerhalb Westfalens verbrachte, zählt vor allen Dingen die Kommunikation und die Vermittlung von Wissen und Information. Hier hinterließ er eine großartige Leistung. Ein Nachruf in den Klosteranalen bemühte sich, sein Wesen zu erfassen: „Gelehrsamkeit und Tugend besaß er in solchem Maße, daß man ihn den erleuchteten und heiligen Pater nannte. Er war ein ausgezeichneter Geschichtsschreiber, ein guter Kenner des Kirchenrechts, ein gründlicher Theologe, ein hervorragender Erklärer der heiligen Schrift und, was die Hauptsache ist: ein tief innerlicher Mensch. Den Westfalen aber hat er ein Bild ihres Landes geschenkt, das die Anschauungen über Westfalen über lange Zeit nachhaltig geprägt hat. Daher zählt Rolevinck mit Recht zu den Großen unter seinen Landsleuten.
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